Der FC Wil 1900 erkämpft sich im Stade de la Maladière ein 0:0 gegen Neuchâtel Xamax – und bestätigt damit seine defensive Stabilität. Trotz widriger Umstände und zahlreicher Torchancen nehmen die Äbtestädter verdient einen Punkt mit nach Hause.
Schon vor dem Anpfiff war klar: Dieser Nachmittag wird speziell. Falsche Leibchen, neue Rückennummern, ungewohnte Farben. Der FC Wil 1900 war nur mit den schwarzen Auswärtstrikots nach Neuenburg gereist. Weil Neuchâtel Xamax ebenfalls in dunklen Farben antrat und nicht wechseln wollte, mussten kurzfristig die gelben Xamax-Ersatzleibchen organisiert und getragen werden. So kam es zu dieser ungewohnten Szene. Doch die Mannschaft liess sich davon nicht beirren und suchte früh den Weg nach vorne. Ato-Zandanga holte den ersten Corner heraus, N’Djoliverpasste in einer heissen Szene nur knapp seinen Premierentreffer im Wil-Dress, Kaiba kam gleich zweimal zum Abschluss. Die Gäste wirkten wach und mutig.
Bitterer Rückschlag – starke Antwort
Nach gut 20 Minuten der Schock: Innenverteidiger Julind Selmonaj musste nach einem Zusammenprall verletzt vom Platz. Somit stand mit Nwannah und Kaiba eine komplette neue Innenverteidigung gegenüber den Vorspielen auf dem Platz. Doch die Wiler Antwort beeindruckte. Trotz der ohnehin angespannten Personalsituation in der Defensive blieb das Team stabil. Muslija zeigte bei einem Abschluss von Azemi einen starken Reflex, später verpasste Demhasaj per Kopf nur knapp. Wil hingegen blieb die spielbestimmende Mannschaft. Mit 10:6 Abschlüssen und 6:2 Corner zur Pause unterstrichen die Äbtestädter ihre Überlegenheit. Hajij prüfte Omeragic mit einem wuchtigen Distanzschuss, Breedijk kam in aussichtsreicher Position zum Abschluss. Es fehlte einzig das Tor.
Druckphase überstanden
Nach dem Seitenwechsel drückte Xamax stärker. Kone und Azemi vergaben aus guter Position – einmal klärte Muslija stark, einmal segelte der Ball über das Tor. Doch Wil fing sich wieder, übernahm erneut die Kontrolle und suchte den Sieg. Staubli brachte gefährliche Freistösse, Jacovic kam am zweiten Pfosten zum Abschluss, Saho setzte über rechts Akzente. In der Schlussphase war Wil dem Führungstreffer näher als die Gastgeber.
Defensive als Fundament
In sieben der letzten zehn Spiele blieb Wil ohne Gegentreffer. Auch gegen den offensivstarken Demhasaj liess die Abwehr kaum klare Möglichkeiten zu. Natürlich wäre ein Sieg möglich gewesen. Die bessere Mannschaft waren über weite Strecken die Wiler. Doch angesichts der Umstände – Verletzung, improvisierte Defensive,– ist dieser Punkt ein guter Zähler. Der FC Wil 1900 bestätigt seine Stabilität, bleibt in Schlagdistanz zu Platz 5und reist mit Selbstvertrauen zurück in die Lidl Arena. Weiter geht es am kommenden Samstag mit dem wichtigen Heimspiel gegen die AC Bellinzona.