Der FC Wil 1900 startet im Vergleich zum Spiel gegen Vaduz mit drei Wechseln in der Startelf. Unter anderem feierte Neuzugang N’Djoli sein Debüt von Beginn weg. Das Team von Cheftrainer Marco Hämmerli zeigte einen engagierten und konzentrierten Auftakt in die Partie. Es war zu spüren, dass es für beide Teams um viel ging. Das Heimteam kam zu einigen gut vorgetragenen Angriffen und ging folgerichtig in der 10. Minute in Führung. Der Jubel währte aufgrund einer Offside-Position jedoch nur kurz. Auch in der Folge bestimmte Wil das Spieldiktat, was die zwischenzeitlichen 70% Ballbesitz bestätigten. Bei einem der seltenen Vorstösse der Gäste krachte Stürmer Manquant mit voller Wucht in unseren Schlussmann Muslija. Während des mehrminütigen Unterbruchs aufgrund der Pflege des malträtierten Keeperskam man nicht umhin, sich zu fragen, wie ein solches rüdes Einsteigen keine Karte nach sich zog. Muslija konnte glücklicherweise weitermachen und sah, wie N’Djoli fünf Zeigerumdrehungen später eine sensationelle Einzelaktion, die in jedem Saisonhighlight Platz gefunden hätte, nicht vollenden konnte. Die letzten 15 Minuten bis zur Pause gehörten dann aber den Gästen, und so pfiff die Unparteiische zu einem grundsätzlich gerechten Resultat in die Pause.
Rote Karte sorgt für Kontroverse
Die zweite Halbzeit begann ebenfalls ausgeglichen. Beide Teams kamen zu hundertprozentigen Chancen. Für Nyon verzog Ex-Wiler Borges alleine vor dem Tor. Das bis anhin attraktive 0:0 sollte jedoch eine überraschende Wendung bekommen. Der -zugegebenermassen ungestümer – Kapitän Ndau eilte als vorderster Mann einem Ball Richtung dem aus dem Tor laufenden Mastil entgegen und krachte trotz zurückziehen der Fussspitze in den Keeper hinein. Wie bereits im ersten Durchgang wand sich der Torhüter am Boden, doch zum Entsetzen der knapp 900 Zuschauenden zog Schiedsrichterin Anex diesmal den roten Karton. In Anbetracht ihrer Linie ein völlig unverständlicher Beschluss. Offensichtlich brachte die Situation die junge Spielleiterin ebenfalls ins Grübeln. Zahlreiche strittige Entscheide sorgten für hochkochende Emotionen. Insbesondere auf den Rängen war der Unmut hörbar wie selten im Bergholz.
Starke Reaktion in Unterzahl
Doch das Heimteam liess sich nicht beirren und agierte in Unterzahl sehr stil- und ballsicher. Phasenweise konnte sogar von einer gefühlten Überzahl gesprochen werden. Die Eingewechselten Bunjaku, Kaiba, Saho und Rapp überzeugten ebenfalls und brachten zusätzliche Energie. Erfreulicherweise war es sogar Wil, das einige gute Chancen zum 1:0 verpasste. So blieb es trotz langer Unterzahl beim Stand von 0:0 Schlussresultat. Aus Wiler-Sicht gibt es trotz der verpassten zwei Punkte jedoch viele positive Eindrücke, die Mut für eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte machen.
Nun folgt der FC Aarau
Nächsten Samstag, 07. Februar um 18:00 Uhr, trifft der FC Wil 1900 auswärts auf den Aufstiegsaspiranten FC Aarau. Ernstkämpfe gegen die Aargauer versprachen in den vergangenen Jahren immer Spektakel, darum gilt auch nächste Woche: hopp Wil!