FC Wil 1900 – FC Aarau 2:2 (0:1)
Samstag, 27.11.2021

Als der Aargauer Schiedsrichter Thomas Thies nach 93. Minuten die Partie abpfiff, war die Erleichterung allenthalben gross: Die 150 mitgereisten Aarauer Fans konnten sich im winterlichen Wil die T-Shirts wieder überstülpen, der Sicherheitsmann neben dem Platz bekam endlich den wärmenden Tee und Wil-Stürmer Silvio freute sich im Platzinterview über ein Unentschieden, das er gerne mitnehme.

Wil-Trainer Iacopetta vertraute praktisch derselben Elf wie bei der Auswärtspartie gegen Vaduz. Einzige Ausnahme: Aussenverteidiger Marcin Dickenmann ersetzte den leicht angeschlagenen Filip Frei. Die Aarauer waren es, die besser in die Partie fanden und den FC Wil 1900 von Beginn weg unter Druck setzten. Das Team zeigte kämpferisch die geforderte Einstellung, die Trainer Stephan Keller nach der blamablen Niederlage gegen Schaffhausen gefordert hatte. Wirklich gefährlich wurden die Rüebliländer aber nur wenige Male, und in diesen Situationen klärte Torwart Marvin Keller spektakulär. Die grösste Chance vergab Aarau Stürmer Kevin Spadanuda in der 40. Minute. Nach einem Ausrutscher des Wiler Innenverteidigers Sauter scheiterte der meistgefoulte Spieler der Dieci Challenge League (36 Fouls) kläglich. Wenige Minuten später machten es die Aargauer besser: Nach einer Flanke von der rechten Seite herrschte ein Durcheinander in der Wiler Verteidiger. Njie kam frei zum Abschluss und versenkte den Ball mit einem Dropkick zum 0:1. Eisige Dusche im Wiler Frigo kurz vor der Pause. Iacopetta konnte mit dem Gezeigten in der ersten Halbzeit nicht zufrieden sein. Zu harmlos waren die Wiler in der Offensive und teils zu einfach wurde es den Aarauern in den Zweikämpfen gemacht.

Nach der Pause ging es in ähnlichem Stil weiter wie in Durchgang eins. Die Aarauer mit mehr Ballbesitz und die Wiler am Verteidigen. Eine Kehrtwende im Spiel geschah nach 57. Minuten durch die Einwechslung von Filip Frei. Ab diesem Moment wurden die Wiler offensiv stärker, häufig über die rechte Seite Freis. Der Leihspieler vom FC Zürich war es dann auch, der in der 63 Minute seine Gegner schön umspielte und den Ball zum Geburtstagskind Zumberi legte. Mit einem präzisen Schuss in die linke untere Ecke traf er zum viel umjubelten 1:1. In der 70 Minute wollte der FC Wil 1900 den angeschlagenen Torschützen Zumberi für Ndau einwechseln. Der vierte Offizielle an der Seitenlinie schien für dieses Unterfangen vorerst wenig Gehör zu haben. In numerischer Überzahl setzte der FC Aarau über die linke Seite zu einem Konter an. Spadanuda wurde wunderschön lanciert und schob den Ball zur Gästeführung ein. In der 79. Minute kam es zu einer höchst umstrittenen Szene im Aarauer Strafraum. Wiederum war es Frei, der die Kugel auf Silvio spielte. Der Routinier ging im Zweikampf zu Boden. Der Unparteiische zeigte zum Entsetzen des Verursachers Bergsmas und seinen Teamkollegen auf den Penaltypunkt. Fazliu, der noch nie in seiner Karriere einen Penalty verschossen hatte, traf auch diesmal: souverän, hoch in die Mitte zum 2:2-Ausgleich. Die letzte nennenswerte Aufregung ereignete sich kurz vor Schluss. Muntwiler sah nach einem Zusammenstoss mit Enzler unberechtigt die gelbe Karte. Es war die vierte in dieser Saison. Somit wird er im Spiel am kommenden Samstag gegen den FC Thun fehlen. Kurze Zeit später pfiff Schiedsrichter Thies die Partie ab – seine Penaltyentscheidung dürfte im Aargau beim sonntäglichen Kaffee und (Rüebli)-Kuchen wohl noch viel zu diskutieren geben.

Fazit: Der FC Wil 1900 kommt zu einem glücklichen Punkt, der durch die moralische Leistung aber nicht völlig unverdient war. Die Aarauer ihrerseits müssen sich vorwerfen, dass sie mit den wenigen Chancen zu fahrlässig umgegangen sind.

HOPP WIL.
chliinä Club, grossi Gschichtä

FC Wil – FC Aarau 2:2 (0:1)
Sportpark Bergholz, Wil: 760 Zuschauer
Schiedsrichter: Thies.

Tore: 45. Njie 0:1, 63. Zumberi 1:1, 70. Spadanuda 1:2, 80. Fazliu (P) 2:2

Wil: Keller; Dickenmann (57. Frei), Izmirlioglu, Sauter, Brahimi, Fazliu, Muntwiler, Zumberi (71. Ndau); Bahloul (71. Reichmuth), Silvio, Lukembila (91. Jones).
Aarau: Enzler, Thaler (51. Hasani), Bunjaku, Bergsma, Giger, Jäckle, Njie (89. Schwegler), Kronig, Schneider (62. Balaj), Spadanuda (89. Almeida), Rrudhani

Bemerkungen: Wil ohne Malinowski, Krunic, Ismaili, De Mol (alle verletzt), Rustemoski, Miranda, Daniel und Abazi (alle nicht im Aufgebot). Vaduz ohne Thiesson, Qollaku (alle verletzt) und Gobé, Senyurt, Aratore (nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: Muntwiler, Silvio, Bunjaku

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