Die Vorzeichen auf das Gastspiel bei der AC Bellinzona waren nicht gerade die Besten. Einerseits hat der FC Wil 1900 zuletzt zweimal hintereinander verloren und andererseits mussten einige Absenzen kompensiert werden. Mit Jacovic und Brahimi fielen gleich zwei Spieler im Abschlusstraining aus, Captain Ndau war gesperrt und Laidani, Muci, Neziri und Parente sind weiterhin auf der Verletztenliste. So sollten es dann andere richten im Tessin – und das taten sie auch.
Im Vergleich zur Vorwoche traten die Wiler äusserst effizient und zielstrebig auf. Während man im letzten Spiel gegen den FC Stade-Lausanne-Ouchy Torchance um Torchance und somit auch Punkte liegen liess, zeigte die Offensive gegen Bellinzona ein anderes Gesicht. Nach zehn Spielminuten und einer Kombination über Crnovrsanin und Maier, landete die Flanke auf dem zweiten Pfosten. Dort legte Guzzo völlig freistehend auf Geiger ab, der sein zweites Saisontor erzielen konnte. Mit der Führung im Rücken spielte das junge Team des FC Wil 1900 abgeklärt und musste dem Gegner nur wenige Abschlussmöglichkeiten zugestehen. So brachte die AC Bellinzona im ganzen Spiel nicht mehr als drei Abschlüsse aufs Tor der Wiler. Dort stand wie schon in der vergangenen Woche Gentrit Muslija. Der erst 19-jährige Torhüter, welcher vom FCSG ausgeliehen wurde, zeigte in seinem zweiten Spiel als Profi eine gute und fehlerfreie Leistung. Während die Tessiner dem Rückstand hinterher rennen mussten und dadurch mehr Ballbesitz verzeichneten, war es der FC Wil 1900, der in der 31. Spielminute ein zweites Mal jubeln durfte. Wieder leitete Nico Maier den Angriff mit einem Steilpass auf Tim Staubli ein. Dieser legte quer auf Akinola, welcher keine Mühe mehr hatte, seinen sechsten Saisontreffer zu erzielen.
Im zweiten Durchgang passierte lange nichts – etwas magere Kost für einen Fussballfan. Gleichzeitig musste der Wiler Anhang entsprechend selten um die drei Punkte fürchten. Muslija war nach dem Pausentee nur einmal richtig gefordert worden, als er einen gut getretenen Freistoss entschärfen musste. Auf der anderen Seite des holprigen Untergrunds avancierte Akinola zum Matchwinner: Nach einer sehenswerten Vorarbeit durch den eingewechselten Marwane Hajij erzielte er seinen zweiten Treffer an diesem sonnigen Samstagabend. Mit nun sieben Saisontoren ist Akinola bester Torschütze der Wiler. Es wäre anschliessend wohl zu viel des Guten gewesen, wenn Borges, der völlig freistehend zum Abschluss kam, noch das vierte Tor erzielt hätte. So resultierte ein 3:0-Erfolg bei der nun abstiegsgefährdeten AC Bellinzona. Kleiner Wermutstropfen am Rande: Akinola wird aufgrund von seiner vierten Verwarnung im nächsten Spiel gegen den FC Aarau gesperrt sein und den Wilern nicht zur Verfügung stehen.
Eben dieses nächste Spiel wird für den FC Wil 1900 richtungsweisend sein. Will man sich in der Tabelle weiter nach oben orientieren, ist ein Sieg gegen die Rüebliländer Pflicht. Dass dies gegen den FC Aarau eine Herkulesaufgabe wird, ist aufgrund der letzten Resultate klar. Die Aarauer haben zuletzt im November Punkte abgegeben und seither neun Spiele am Stück gewonnen. Der Tabellenführer wird am kommenden Sonntag, 16. März, in Wil zu Gast sein. Spielbeginn ist um 14:15 Uhr.