FC Schaffhausen- FC Wil 1900 3:3 (2:1)
Samstag, 30.10.2021

Mit einem Blick auf die Statistik dieser Saison waren die Vorzeichen für das Revierderby eindeutig. Schaffhausen blieb in den ersten sechs Heimspielen der Saison unbesiegt und der FC Wil 1900 holte in der Fremde bis auf den Auswärtssieg gegen Tabellenschlusslicht Kriens nichts Zählbares raus. Schlimmer noch: In drei der fünf Auswärtspartien blieben die Wiler gar ohne Torerfolg.

Pünktlich um 18:00 Uhr pfiff die Unterparteiische Esther Staubli die Partie vor trostloser Kulisse (386 Zuschauer!) an. Der FC Wil 1900 startete aggressiv und mutig ins Spiel und stand höher als in vielen Spielen zuvor. Dennoch waren es die Schaffhauser, die zum ersten Abschluss kamen. Der Wiler Schlussmann Marvin Keller klärte in der 11. Minuten gegen den Kopfball des Schaffhausers Ardaz in Extremis. Wer die Tore nicht macht, kriegt sie.

0:1 für den FC Wil 1900! Nach einem langen Ball von Kamber war es Lukembila, der präzise auf Nils Reichmuth in die Mitte legte. Die Leihgabe des FC Zürich erzielte aus zentraler Position seinen ersten Saisontreffer und krönte damit seine starken Leistungen während der gesamten bisherigen Saison.

Nur wenige Minuten später hätte das 0:2 fallen müssen. Robin Kamber kam freistehend zum Abschluss, zielte aber direkt in die Arme des Schaffhauser Keepers. Rückblickend gesehen war diese Szene der Wiler Knackpunkt in Durchgang eins. Statt weiterhin attraktiven Offensivfussball zu zeigen – im Wissen darum, dass die Schaffhauser am Mittwoch 90 Minuten Cupfight in den Knochen hatten – zogen sich die Wiler stark in die eigene Platzhälfte zurück. So überraschte es nicht, dass die Schaffhauser das Spieldiktat übernehmen konnten. In der 22 Minute fiel als logische Konsequenz das 1:1 durch einen direkt verwandelten Freistoss von Ardaiz. Nun lag das Momentum bei den Schaffhausern und sie machten es besser als die Wiler nach ihrem Führungstreffer. In der 32 Minute erzielte Prtajin aus der Luft das 2:1. Mit der Pausenführung gingen die Schaffhauser in die Kabine. Nach starken 20 Startminuten taten sich die Wiler zum wiederholten Male schwer, eine ganze Halbzeit konstruktiven, packenden Fussball zu spielen.

Eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff kam es für den FC Wil 1900 noch schlimmer. Maouche erzielte mit einem präzisen Schuss aus 20 Metern das 3:1. Durchaus ein schöner Abschluss, auch wenn der Franzose in Diensten der Munotstädter von zu vielen Freiheiten profitierte. In der Folge war es – passend zu Halloween – das Verdienst des «Hexers» Marvin Keller, dass die Schaffhauser den Deckel nicht frühzeitig zumachten. In der 63. Minute nahm der Wiler Coach einen Dreifachwechsel vor und brachte unter anderem zwei Verletzungs-Rückkehrer: Heule für Brahimi, Ndau machte Platz für Fazliu und Silvio ersetzte Miranda. Mit diesen Einwechslungen folgte eine Duplizität der Ereignisse zum Xamax-Spiel. Trainer Alex Frei bewies ein goldenes Händchen und die Belohnung folgte prompt: Nach einem Foul an Lukembila war es Silvio, der per Elfmeter sicher zum 2:3 verkürzte. Sollte tatsächlich noch etwas drin liegen in dieser Partie? Ja! 120 Sekunden nach dem Anschlusstreffer erzielte Wil den 3:3-Ausgleich. Bahloul flankte von rechts in den Strafraum, Fazliu gewann das Luftduell und netzte per Kopf ein. Am Schluss gab es Chancen hüben wie drüben. Schaffhausen wurde zweimal gefährlich – einmal rettete gar der Pfosten. Aber auch die Wiler drückten vehement auf den Führungstreffer. Kurz vor dem Ende der Partie prallte ein Kopfball von Silvio von der Lattenunterkante auf die Torlinie und zurück aufs Feld – viel Glück für Schaffhausen! Nach 4 Minuten Verlängerung pfiff die Unparteiische Esther Staubli ab und die Wiler waren insgesamt zufrieden mit dem entführten Punkt aus Schaffhausen.

Am kommenden Samstag um 18.00 spielt der FC Wil 1900 zu Hause gegen das Tabellenschlusslicht Kriens. Aufgepasst: Die Mannschaft von Michel Renggli befindet sich nach dem ersten Sieg dieser Saison gegen Stade Lausanne-Ouchy im Hoch. Für Spannung in der ausgeglichen Challenge League ist damit weiterhin gesorgt. Der FC Wil 1900 liegt mit 14 Punkten auf Platz 9 der Tabelle. Zum Vergleich: In der Super League haben die Grasshoppers ebenfalls 14 Zähler auf dem Konto, liegen allerdings auf dem guten vierten Platz.

HOPP WIL
chliinä Club, grossi Gschichtä

FC Schaffhausen – FC Wil 1900 3:3 (2:1)
Wefox Arena, Schaffhausen: 386 Zuschauer – Schiedsrichter: Staubli.

Tore: 16. Reichmuth 0:1, 23. Ardaiz 1:1, 32. Prtajin 2:1, 59. Maouche 3:1, 75. Silvio (Foulelfmeter) 3:2, 77. Fazliu 3:3.

Schaffhausen: Ruberto; Krasniqi (45. Fehr), Müller, Padula, Lika; Bislimi (87. Kalem), Rodriguez (87. Del Toro), Hamdiu, Maouche (69. Maouche); Ardaiz (69. Gonzalez), Prtajin.
Wil: Keller; Izmirlioglu, Muntwiler, Miranda (64. Silvio); Frei, Kamber, Ndau (64. Fazliu), Brahimi (64. Heule); Bahloul (87. Zumberi), Reichmuth; Lukembila.

Bemerkungen: Schaffhausen ohne Mujcic, Paulinho (beide verletzt), Bajrami, Sahitaj, Talic, Vukasinovic und Wick (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Daniel, de Mol, Ismaili, Malinowski (alle verletzt), Abazi, Krunic und Saho (alle nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 74. Rodriguez, 79. Padula, 94. Fehr, 94. Kamber.

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