An diesem Ostermontag war der FC Wil 1900 im Berner Oberland chancenlos – und wurde nach dem Pausentee vorgeführt. Mit 0:7 kam die Mannschaft von Marco Hämmerli gegen den FC Thun unter die Räder. Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit, in der die Hausherren effizienter waren, bekamen sie eine Lehrstunde. Und eine bittere Erinnerung daran, weshalb man in der aktuellen Saison um den vierten Tabellenrang und nicht um die Aufstiegsplätze spielt.
Frühe Entscheidung, keine Reaktion
Schon nach elf Minuten führten die Gastgeber mit 2:0 – Thun spielte dabei seine Stärke auf Standards gnadenlos aus. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit hielten die Wiler zwar gut mit, konnten aber keinen Treffer verbuchen. Die wohl grösste Torchance vor dem Seitenwechsel verpasste Luan Abazi mit seinem Kopfball. Entsprechend deutete nach 45 Minuten wenig auf ein Debakel hin – es sollte anders kommen.
Zerfall nach der Pause
Was nach dem Seitenwechsel folgte, war ein kollektiver Zusammenbruch. Der FC Wil 1900 kassierte innerhalb von 16 Minuten vier weitere Gegentreffer – darunter ein Eigentor von Guzzo und ein Solo-Tor von Stewart, das gleich fünf Wiler stehen liess. Den Schlusspunkt setzte Ibay in der 91. Minute zum 7:0-Endstand. 66 Prozent Ballbesitz für Wil – ein Zeichen dafür, wie wenig aussagekräftig diese Statistik ist. Trotz total je 14 Abschlüssen sind die Auflösungserscheinungen gegen Ende der Partie erste Warnzeichen.
Erschreckende Werte, erschütternder Auftritt
Gerade einmal acht Fouls, keine Verwarnung – der FC Wil 1900 wirkte wie ein Gast, der möglichst unauffällig bleiben wollte. Das wird auch beim Trainerteam hinsichtlich der nächsten Spiele einige Fragen aufwerfen.
Fazit: Betriebsunfall?
Was bleibt, ist eine historische Schlappe – nie zuvor kassierte Wil in dieser Saison mehr als drei Gegentore. Die Hoffnung bleibt, dass es ein einmaliger Ausrutscher war – ein bitterer Betriebsunfall, nicht mehr. Am Sonntag gegen Bellinzona ist Wiedergutmachung nicht nur erwünscht, sondern Pflicht.